Zur Werbung mit dem Gründungsjahr – OLG Jena, Urt. v. 02.04.2008 Az. 2 U 906/07.

Das OLG Jena hatte sich mit der Frage zu beschäftigen, unter welchen Voraussetzungen die Werbung mit dem Gründungsjahr eines Unternehmens wettbewerbswidrig ist.

Diese Form der Werbung wird von vielen älteren Unternehmen genutzt, da hierdurch ein Vertrauensvorschuss auf Zuverlässigkeit und auch Qualität bei potenziellen Kunden hervorgerufen wird – im hier entschiedenen Fall wie so häufig von einer Porzellanmanufaktur. Als Angabe über die geschäftlichen Verhältnisse des Unternehmens vermittelt das Gründungsdatum, so das OLG Jena, beim Publikum auch den Eindruck von Solidität, Erfahrung und Wertschätzung.

Grundsätzlich, so das OLG Jena, sei Werbung mit dem korrekten Gründungsjahr zwar nicht irreführend und damit auch nicht unlauter. Voraussetzung sei, dass zum angegebenen Gründungszeitpunkt bereits eine gewisse Kontinuität und eine über das Experimentierstadium hinausgehende wirtschaftliche Tätigkeit und damit auch gewisse Produktion vorliegt.
Wenn dies jedoch nicht gegeben sei oder mit einem falschen Gründungsjahr geworben werde, sei die betreffende Werbung irreführend gemäß § 5 Abs. 2 Nr. 3 UWG und deshalb zu unterlassen.

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