EU schreitet gegen irreführende Lockvogel-Werbung bei Fluggesellschaften ein

Das Europaparlament in Straßburg stimmte am 11.07.2007 mit deutlicher Mehrheit für einen Gesetzesentwurf, nach dem Fluggäste zukünftig genauer über die Bruttopreise für Flugtickets informiert werden.
Fluggesellschaften und Reisevermittler sollen schon bei der Buchung sämtliche Preise und Kosten wie Steuern, Flughafen- oder Buchungsgebühren informiert werden – sowohl. Die in jedweder Form – einschließlich im Internet – veröffentlichten Flugpreise, die direkt oder indirekt an die Reisenden gerichtet sind, müssen alle zur Zeit der Veröffentlichung bekannten Kostenfaktoren zugunsten der Fluggesellschaften oder der Flughafenbetreiber beinhalten.

Quelle: Pressemitteilung EP

Damit wird der mittlerweile verbreiteten Praxis von Billigfluglinien entgegengewirkt, zunächst nur mit dem günstigen Nettopreis zu werben. Die Konzentration auf den Nettopreis führte zu solch kuriosen Blüten, sogar einen „Kerosinzuschlag“ auf Grund hoher Ölpreise in den weiteren Preisbestandteilen zu erheben – ein offensichtlicher Verstoß gegen die Grundsätze der Preisklarheit.
Über ein Beispiel unlauterer Preiswerbung durch die Lufthansa AG haben wir bereits berichtet. Das OLG Köln urteilte, dass die Fluggesellschaft in ihrem “Betterfly”-Angebot die Gebühr von 10,00 EUR für die online-Buchung nicht extra ausweisen darf. Die Lufthansa hätte damit unter Verstoß gegen § 1 PangV (Preisangabenverordnung) die Kosten eines Fluges in willkürliche Bestandteile aufgespalten.

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